Dr. Bernd Ruhnke

12.04.2010, INTERVIEW

Der neue FCG-Präsident zieht nach den ersten Wochen eine kleine Bilanz.

Dr. Ruhnke, Sie sind nun seit gut einem Monat im Amt des Vereinsvorsitzendes des FC Gütersloh. Wie würden Sie die ersten Wochen zusammenfassen?

Die ersten Wochen waren mehr als arbeitsreich, wir können es vergleichen, als wenn man am Krater eines Vulkans steht, aus dem Rauch aufsteigt. Je mehr man versucht die Tiefe zu erforschen, desto dichter wird der Rauch. Wir werden noch einige Wochen brauchen, bis wir, nachdem wir mittlerweile die Geschäftsstelle "aufgeräumt" haben, uns nach intensivem Aktenstudium über den derzeitigen Stand weitgehend informiert haben.

Gemeinsam mit Jörg Siekmann von der Firma Melos hat man ein Konzept entwickelt, das die Zukunft des FCG positiv gestalten soll. Was sind die Kernpunkte dieses Konzeptes?

Das Grundkonzept wurde ja bereits der Presse vorgestellt. Wir haben daraus ein Sponsorenkonzept weiterentwickelt, das wir in Kürze bekannt geben werden. Die marketing-technischen Aktivitäten zielen in erster Linie darauf hin, durch Transparenz und solide Arbeit das Vertrauen der Sponsoren in die Führung des FCG zurückzugewinnen, die sich in der letzten Zeit vom FC Gütersloh wegen des "chaotischen Zustands" abgewandt haben. Natürlich gibt es erste Aktivitäten.

Die aktuelle Saison geht in den Endspurt, die Planungen für die kommende Spielzeit sind schon im Gange. Sie haben vor kurzem gesagt, dass der FCG "auf Dauer eine Bombentruppe" zusammen haben wird. Mit Raffaele Wiebusch hat man auch einen ersten vielversprechenden Neuzugang vorgestellt. Wie laufen die Gespräche und sind schon erste Tendenzen für die kommende Spielzeit erkennbar?

Die Zusammenstellung des Kaders ist sicherlich unter finanziellen Einschränkungen schwierig. Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass wir nicht von unseren Möglichkeiten abweichen und nur die Spieler weiter vertraglich verpflichten werden, die dies akzeptieren können. Dazu gehört auch, dass das Gehaltsgefüge in der Mannschaft nicht Anlass zu Neid und Missgunst gibt. 

Noch keine endgültige Entscheidung ist in der Trainerfrage gefallen, obwohl beide Seiten eine weitere Zusammenarbeit anstreben. Wird der in der neuen Saison weiterhin Dirk Flock heißen?

Nach unseren Vorstellungen wird Dirk Flock auch in der nächsten Saison Trainer des FC Gütersloh sein. Eine endgültige Entscheidung wird zeitnah fallen.

Der neue Vorstand hat angekündigt, sich in Zukunft verstärkt um die Jugendabteilung zu kümmern. Leider ist bis heute keine endgültige Lösung für den Posten des Jugendleiters gefunden worden. Wie ist der Stand der Dinge?

Hinsichtlich der Jugendsituation ist es mehr als problematisch, schnell eine neue Struktur zu finden, wenn der gesamte Jugendvorstand die Sachen buchstäblich hinwirft. Ich habe mittlerweile mit den Trainern 2 Sitzungen abgehalten, um die Situation zu besprechen und daraus Lösungsansätze zu erwirken. Leider sind die Übergaben und Übergänge vom alten, zurückgetretenen Vorstand auf die neue z.B. Jugendgeschäftsführerin eher" problematisch" gewesen.

Bei den letzten Auswärtsspielen waren lediglich Thomas Birkenhake sowie Jörg Siekmann aus dem Kreis des Vorstandes vertreten. Warum zeigen Sie als Duo, das in der Verantwortung steht, bei den Partien in der Fremde keine Präsenz?

Der Besuch von Auswärtsspielen ist mir grundsätzlich schwer möglich, dies war von vorneherein klar. Ich darf daran erinnern, dass ich als Chefarzt einer Klinik in Gütersloh auch an Wochenenden tätig sein muss. Außerdem halten wir es nicht zwingend für wichtig, dass bei den Auswärtsspielen, wo es auch nicht um Sponsorenbetreuung etc. geht, grundsätzlich der Vorstand anwesend sein muss, da er sich in die sportlichen Belange ohnehin nicht einmischt.

Viele Fans haben in den letzten Jahren das Vertrauen in den Verein verloren. Was wollen Sie ihnen sagen und wie wollen Sie wieder mehr Zuschauer in den Heidewald locken?

Mit dem Wiedergewinn des Vertrauens wollen wir natürlich auch unsere Fans in den Heidewald zurückbringen. Wir gehen davon aus, dass Transparenz und klare Regeln in der Führung des FCG eine wichtige Voraussetzung dafür sind. Natürlich ist ganz entscheidend, wie die Mannschaft sich schlägt. Je attraktiver der Fußball ist, der gespielt wird, desto eher wird sicherlich das Stadion wieder voll sein.

Von: Online-Redaktion


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