Rettung des FCG vor dem Scheitern

Rettung des FCG vor dem Scheitern
März 31, 2017 Helmut Delker

Rettung des FCG vor dem Scheitern

Der FC Gütersloh steht vor dem Aus. Die Rettungsbemühungen der Vorstandskandidaten um Hans-Hermann Kirschner und Heiner Kollmeyer sind so gut wie gescheitert. Das nötige Geld zur nachhaltigen Finanzierung des Spielbetriebs und der Jugendarbeit für die neue Saison ist bisher nicht zusammengekommen. „Wir haben sehr viel Unterstützung von mittelgroßen Sponsoren erhalten, wofür wir sehr dankbar sind und worüber wir uns sehr freuen. Im Bereich der Großsponsoren ist es uns aber nicht gelungen, mit unseren Argumenten zu überzeugen. Das ist die freie Entscheidung jedes Unternehmens und das respektieren wir natürlich“, erklärte Kirschner das Scheitern der Rettungsinitiative.

Seit der Sponsoren-Matinee hat der Verein viel Unterstützung bekommen. Auf Initiative von Hermann Korfmacher kam sogar DFB-Präsident Reinhard Grindel nach Gütersloh, um den FCG zu unterstützen. „Trotzdem müssen wir jetzt leider feststellen, dass es nicht reicht“, lautete das ernüchternde Fazit von Heiner Kollmeyer. Inzwischen liegen Zusagen über annähernd 220.000 Euro von 35 Unternehmen vor, die sich bereit erklärt haben, den FCG als Sponsor zu unterstützen. Gleichzeitig fehlt aber noch ein Betrag von 150.000 Euro, der in der Kürze der Zeit nur über große Sponsoren abgedeckt werden kann. „Wir haben in den letzten drei Wochen sehr viel Zuspruch erfahren und sehr viel erreicht. Diese Deckungslücke wäre auf Dauer vielleicht auch über kleinere Sponsoren zu schließen. Doch das braucht Zeit, die wir jetzt aber wegen des Insolvenzantrags nicht haben“, erklärt Kirschner das Problem.

Eine nachhaltige und seriöse Finanzierung des FC Gütersloh ist das Kernanliegen des Kandidatenteams, dem auch Hermann Korfmacher, Oliver Eichstädt, Frank Neuhaus und Helmut Delker angehören. Gerade bei der schwierigen und belasteten Vergangenheit des FCG macht es aus Sicht der Vorstandskandidaten keinen Sinn, mit einer Deckungslücke an den Start zu gehen. Ein sauberer Neuanfang ist nur mit einer gesicherten Finanzierung möglich. „Wir haben alles getan, was in unseren Kräften steht, um den FC Gütersloh und den höherklassigen Fußball im Heidewald zu erhalten. Unsere Bemühungen waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Natürlich würden wir uns freuen und unsere Arbeit fortsetzen, wenn es doch noch gelingen könnte, das Problem zu lösen. Im Moment sieht es aber nicht danach aus“, erklärte Kirschner. Angesichts der sehr erfolgreichen Wirtschaft in Gütersloh und der bisherigen Hilfsbereitschaft hofft die Initiative um Kollmeyer, Korfmacher und Kirschner, dass der Verein in letzter Sekunde doch noch die nötige Unterstützung großer Sponsoren bekommt.

Die Stadt Gütersloh würde mit dem FCG ihren Traditionsverein verlieren, der aus der Fusion von DJK und SVA hervor gegangen ist. Wenn der Verein aufgelöst wird, endet eine fast 100jährige Fußball-Tradition in Gütersloh. Die 1918 gegründete SVA und die 1923 gegründete DJK gehörten in den 1960er und 1970er Jahren der damals zweitklassigen Regionalliga West an. DJK Gütersloh ist Gründungsmitglied der 2. Bundesliga (Gruppe Nord) und spielte in dieser Klasse von 1974 bis 1976. Einer der größten Tage in der Geschichte des Gütersloher Fußballs ist der 28. Januar 1973, als die „Blauen“ zuhause im Heidewald Borussia Dortmund mit 2:1 besiegten. Der FC Gütersloh erlebte von 1996 bis 1999 seine größte Zeit. Der Verein gehörte damals der zweiten Bundesliga an und verpasste 1998 den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp.

In seiner Existenz bedroht ist nicht nur der FCG, sondern auch das Heidewaldstadion. Die 1933 eröffnete Arena ist sanierungsbedürftig. Ohne einen höherklassigen Fußballverein werden in den nächsten Jahren die nötigen Investitionen in das Stadion kaum zu begründen sein. Bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland diente das Stadion als öffentliche Trainingsstätte der portugiesischen Nationalmannschaft. Im Heidewald fanden auch zahlreiche Länderspiele der DFB-Nachwuchsteams statt.